Freitag, 14. September 2012

TPP-Geheimverhandlungen und deren Folgen


Übernommen aus einer eMail von Iain Keith - Avaaz.org 

Vier Tage um einen "Todesstern" der Konzerne zu stoppen


Liebe Freundinnen und Freunde,

Gerade werden Details zu einem streng geheimen weltweiten Griff nach Macht durch Großkonzerne bekannt, dessen Umfang einem den Atem nimmt. Der Plan hat es auf alles abgesehen -- vom freien Internet bis hin zu Umweltschutzmaßnahmen -- und uns bleiben nur 4 Tage, um ihn aufzuhalten.


Big Business hat einen neuen Plan, sich die Taschen zu füllen: Ein gigantischer globaler Pakt samt internationalem Tribunal, um ihn durchzusetzen, der jahrelang (sogar vor unseren Gesetzgebern!) geheim gehalten wird und dann wie ein Todesstern auf unsere Demokratien einstürzt. Vertreter der Tabak-, Mineralöl- und Pharmaindustrie, sowie Walmart und fast 600 weitere Konzernlobbyisten sind am endgültigen Entwurf beteiligt, der Begrenzungen für Rauchergesetze, günstige Medikamente und Redefreiheit im Netz beinhaltet.

In 4 Tagen endet die derzeitige Verhandlungsrunde -- doch Wellen des Protests in all unseren Ländern könnten den Verhandlungsparteien den Mut nehmen und die Gespräche empfindlich treffen. Erreichen wir gemeinsam eine Million gegen die feindliche Übernahme durch Konzerne! Unterzeichnen Sie unten und erzählen Sie Freunden und Bekannten davon. Avaaz wird unseren Petitions-Zähler an die Wand des Verhandlungsortes projizieren -- so sehen die Unterhändler genau, wie unser Widerstand in Echtzeit explodiert:



Das Abkommen, das unter dem Namen Trans-Pacific Partnership (TPP) verhandelt wird, hat den Zweck, Investoren vor gesetzlicher Regulierung zu schützen, selbst wenn diese Gesetze im Interesse der Allgemeinheit verabschiedet werden. Durchgesickerte Versionen zeigen, dass das TPP Schutzmaßnahmen für Luft- und Wassersicherheit untergraben und Aspekte des US-Angriffs auf ein freies Internet wieder einführen würde. Desweiteren würden Bestrebungen für die Produktion günstiger Generika-Medikamente plattgewalzt. Doch es kommt noch schlimmer: Gesetzgeber, die sich den Regeln des TPP nicht beugen, sähen sich Sanktionen vor einem internationalen Tribunal ausgesetzt, wo Konzerne uns für Deals, die vorangegangene Regierungen geheim unterschrieben haben, verklagen können!

Die Unterhändler behaupten, es handele sich lediglich um ein Handelsabkommen, das Investitionen und Profit für alle vereinfachen solle. Doch der durchgesickerte Entwurf steht mit so vielen Maßnahmen zum Schutz von Bürgern im Konflikt, dass klar ist, dieses "Handels"-Abkommen stellt den Profit von Konzernen über die Bedürfnisse der Menschen. Das ist nicht gerade überraschend, wenn man bedenkt, dass es im Geheimen mit fast 600 Konzernlobbyisten und ohne Beteiligung von Bürgergruppen geschrieben wurde. 

Doch es gibt Hoffnung: Australien sträubt sich gegen das System eines internationalen Tribunals, und Neuseeland will seine Regelungen für günstige Medikamente halten. Massiver öffentlicher Widerstand, der zeigt, wie zweifelhaft Zustimmung für das TPP zu Hause zu erlangen wäre, könnte die Gespräche dauerhaft aus der Bahn werfen. Unterzeichnen Sie die Petition jetzt und leiten Sie sie weiter -- die Delegierten und Lobbyisten sehen die Welle des Protests in Echtzeit wachsen:


Die US-Senatskandidatin Elizabeth Warren sagte vor kurzem in einer Rede: "Konzerne sind keine Menschen. Menschen haben ein Herz, Kinder, Jobs, werden krank, lachen und tanzen. Sie leben, lieben und sie sterben. Und das hat Bedeutung, denn wir führen unser Land nicht für Konzerne, sondern für Menschen." Erreichen wir jetzt eine Million, um die feindliche Übernahme unserer Regierungen durch Konzerne zu stoppen. 

Voller Hoffnung, 

Iain, Pedro, Laura, Ari, Emma, Lisa, Luca, Ricken und das ganze Avaaz-Team



Dieser Beitrag eränzt den Artikel: 


http://walter-kohl.blogspot.com/2012/09/eff-tpp-geht-gefahrlich-weit-uber-acta.html


Sonntag, 9. September 2012

Die Job-Lüge





Erfolglose JobsucheWie der Fachkräftemangel Bewerber frustriert

Von Nicola Holzapfel
Von wegen Kampf um die Köpfe: Die Wirtschaft beschwört den demografischen Wandel und den damit einhergehenden Verlust von gut ausgebildeten Arbeitskräften. Das steht in krassem Gegensatz zu dem, was manche hochqualifizierten Bewerber bei der Jobsuche erleben. (weiter lesen...)


Ja, "Fortsetzung folgt", wäre anzumerken, wenn es zur Diskussion um "höher Qualifizierte" geht. Den Ansatz gibt es schon so lange, wie der Faktor "Mensch" in der Produktionskette um die Faktoren "Kosten" und "Produktivität" ergänzt wurde. So sind die echten "Macher" der derzeitigen Politik, kurz BWLer oder Betriebswissenschaftler genannt, auf die Formel "Human Resources" gekommen.

Vielleicht sollten in dieser Diskussion einige Faktoren ergänzt werden: zumindest Bildung und Kenntnisse. Dabei ist ersterer Faktor wohl der, der herzlich mit Füßen getreten wird und die rohstoffwüste Deutschland spielt dabei mit dem einzigen, was bisher ihr Kapital war: Das Know-How seiner arbeitenden Bevölkerung. Im Zusammenhang mit diesem Artikel sollte es wohl auch heißen, seiner arbeitenden und nicht arbeitenden Bevölkerung. Wer kann es sich schon leisten tausende von hoch qualifizierten Menschen aus dem Produktionsprozeß auszuschließen oder tolle Leute auszubilden (auf Kosten der Steuerzahler), damit diese anschließend im Ausland arbeiten?

Ärztemangel, Greencard? Was für ein Unsinn. Als ich noch in der Schweiz lebte und ins Krankenhaus mußte, waren es deutsche Ärzte und Schwestern die mich behandelten. Einfach da sie dort hervorragende Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung bekamen. Wie kommen wir, Softwareentwickler, ins Ausland? Genau aus den gleichen Gründen. Da müßen doch Fragen gestattet sein, wie...

Lohngestaltung?


Es ist doch schon peinlich, wenn ein Land wie das Deutsche genötigt ist eine Diskussion über Lohndumping, Billiglöhne und Mindestlohn zu führen. Wenn arbeitende Menschen Sozialzuschüße benötigen und bei der Nivellierung der Sozialstandards in Europa, an die Untergrenzen gedacht wird, anstatt an einen Fortschritt.

Rentenentwicklung?


Die Diskussion baut auf der Frage "Lohngestaltung" auf: Wer schlechte Löhne hat, wird auch schlechte Sozialabgaben zahlen können und private Vorsorge? Wie bei den Krankenkassen, ein System in die Zweiklassengesellschaft.

Ausbildung, Kita?


Klar, das muß in einem Zusammenhang gesagt werden! Wer Kinder- und Jugendbildung so mit Füßen tritt, wie dies derzeit in Deutschland stattfindet, muß sich nicht wundern, daß die demographische Entwicklung so ist wie sie ist. Wobei Menschen, die unter der "Lohngestaltung" wie oben beschrieben leiden, wohl kaum auch noch Kinder in die Welt setzen wollen.

Die Themen sind natürlich verkürzt, sonst würde dies kein "Post", sondern ein Buch werden. Die Fragen sollte sich jedoch jeder stellen und darüber nachdenken: Wie soll es weiter gehen? Viele können sich mit abstrakten Forderungen zum Beispiel von den "Piraten" oder den "Linken" heute noch nicht anfreunden, aber denken wir einmal darüber nach... In wenigen Jahren werden sie mangels Alternativen von den heute etablierten Parteien postuliert werden! (Siehe derzeitige Diskussion zum Rentensystem.)

Fachkräftemangel?


Bundeskanzler Schröder (oder "Bundes-Unternehmerfraktionär"?) doktrinierte mit diesem Begriff schon vor Jahren, gemeint ist der Mangel an "Überschußkräften", die im Lohn- und Gehaltsgefüge gegeneinander ausgespielt werden können. Das kapitalistische Wirtschaftssystem kennt eben den Faktor "Mangel und Überschuß" zur Gänze. So wäre es ein willkommener Zustand, bei den Fachkräften aus dem Vollen schöpfen zu können, anstatt sich um die "wenigen" kümmern zu müßen.
Wäre es nötig die deutschen zu qualifizieren, sähe die Schulpolitik, der Kindergartenausbau und die Arbeit der entsprechenden Ämter anders aus. Nein, die Politik baut auf den Zuzug von Fachkräften aus dem Ausland, zu Billiglöhnen und im Hadern mit dem Sozialsystem.


Dienstag, 4. September 2012

Fluch Internet?

Sehr geehrter Herr Kohl,

 wir danken Ihnen für Ihre Nachricht. Leider können wir Ihnen die Verwendung des Logos nicht genehmigen. Darüber hinaus bitten wir Sie, die Typo der Überschrift zu ändern, da es ansonsten zur Verwechslung mit Inhalten die originär von bild.de stammen kommen kann.

Wir bitten Sie schnellstmöglich das Logo zu entfernen und die Typo zu ändern.

 Mit freundlichen Grüßen
 Jan-Philipp Bahr
 Axel Springer AG
Infopool Rechteverfolgung

Machen wir doch!



Gutes Internet, böses Internet

Gute Überschriften können sie bei der "Bild-Zeitung". Leider bleibt die Substanz des dazu gehörenden Artikels von Lea Fliess in der zwanghaften Demagogik stecken, Günther Jauch unterzujubeln, er könne etwas dafür, daß ein komplexes Thema nicht schlüssig beantwortet worden sei.

Ich fand die Diskussion im Ansatz hervorragend und auch die Zusammenstellung des Forums lies Platz für eine kontroverse Auseinandersetzung. Natürlich bilden sich Meinungen heraus, die gegeneinander gestellt recht krass klingen, im gesamten Diskussionsverlauf aber klar machten, mit welchem Phänomen die Diskutanten wirklich konfrontiert waren: Macht das Internet süchtig? So die Eingangsfrage von Jauch.

Klar finden sich gleich wieder ganz schlaue, die schon beim regelmäßigen Feierabendbier eine Sucht sehen und natürlich auch schon Grenzwerte für das Internet aus der Schublade ziehen. Es sollen vier Stunden sein. Die reden dann allen denen nach dem Mund, die sich am wenigsten auskennen, aber ganz sicher sind: Normal ist das nicht, stundenlang am Computer, igitt. Ich könnte das nicht und die es können, sind bestimmt krank.

Konsequenterweise hat Manfred Spitzer, Autor des Buches "Digitale Demenz", gleich alle Computer und Fernseher aus seinem Haus verband und so seine sechs Kinder vor der Verblödung bewahrt.
Ganz unverkrampft geht der Medienforscher Klaus Peter Jantke an die digitale Welt heran und läßt seine vier Kinder in einem Umfeld aufwachsen, wo die Kommunikationsmittel eben ihren Platz haben.
Genauso scheint es auch der Journalist Ranga Yogeshwar, zu handhaben. Es spricht zwar von Regeln beim Umgang mit dem Internet, aber ansonsten geht er ziemlich entspannt und mit wissenschaftlicher Genauigkeit an die Thematik heran und welchen Einflüßen seine vier Kinder unterliegen.
Petra Gerster, Nachrichtenfrau von "heute" (ZDF), scheint ebenfalls keine Probleme mit den Medien zu haben, auch wenn sie Computer für Kleinkinder ablehnt, hat sie nichts dagegen, daß die kleinen TV schauen.
Der Vater eines Spielsüchtigen, Christoph Hirte, hat natürlich schlimmes durch gemacht und er meint jetzt, das Internet sei schuld.

Bei der Brisants des Themas hat mich am meisten gestört, daß außer von Jogeshwar und Jantke in geringen Ansätzen, nicht mehr auf das Thema neues Lernen eingegangen worden ist. Selbstverständlich hätte hier der Beitrag eines Schulleiters, der auf Smartboards anstatt Kreidetafeln setzt, ein Ansatz sein können. Leider blieb der Beitrag sehr an der Oberfläche und beschränkte sich darauf festzustellen, das diese Technik angenehmer sei, wie eine verschmutze Tafel...

Das stundenlanges Recherchieren eines Themas in der Bibliothek vertiefender sei, als das schnelle auffinden bei "Google", "Bing" und so weiter, war eine weitere These des "Medienverbanners" Spitzer. Das glaube ich sogar. Nur scheint der Mensch in einer anderen Welt zu leben, wer würde das heute noch bezahlen wollen? Bringen sie mal einem Geschäftsführer oder Projektleiter bei, daß er bitte das zehnfache zahlen soll, um Informationen zu beschaffen, damit sie "vertiefendere Erkenntnisse" sammeln können.

Ich glaube genau bei diesem Bildungsbürgertum ist noch nicht angekommen, daß das Lernen und die Arbeitsumstände immer mehr verdichtet werden. Es ist einfach nicht mehr möglich so zu arbeiten, wie es noch vor wenigen Jahrzehnten üblich war. Die Historie hat uns gelehrt, daß innovative Techniken immer dann entstanden, wenn eine Produktivitätssteigerung mit dem Investment einherging und das Internet wäre nicht das Internet, hätten die Unternehmen nicht die Kostenersparnis der Technologie erkannt und so den Fortgang und Ausbau forciert. Das alle modernen Technologien auch Gefahren bergen, sollte uns in der Rückschau wohl bewußt sein. Spielsucht ist kein Phänomen des Internets, sondern in seiner Ausprägung eine lange bekannte Krankheit.

Insgesamt sind das Internet, Computer usw. Werkzeuge des alltäglichen Lebens, nicht mehr und nicht weniger. Stellen wir diesen Technologien das Automobil im Vergleich gegenüber, dessen Mißbrauch und Gefahren, sollte die Diskussion auch wieder in dieser Welt ankommen.





Freitag, 31. August 2012

„Für weitere Informationen: Klicken Sie einfach ‚dw.de‘“

Teil 2: Die absolute Plattform: Das Internet



Da die Nachrichten nur fünf Minuten (oder manchmal auch unwesentlich länger) dauern, wird man tröstend auf das Internet verwiesen: „Für weitere Informationen: Klicken Sie einfach ‚DW.de‘“. Tun dies meine Rentnerkunden, schalten sie erschreckt gleich wieder ab. Sie rufen mich an und fragen, was sie eintippen müssen, um die „Deutsche Welle“ im Internet zu erreichen. Ich sage es ihnen und bekomme immer das gleiche zu hören: „Das stimmt nicht, dort ist alles in englisch!“

In immer wieder kehrender Ruhe erläutere ich ihnen, daß das schon richtig ist, sie müßten die deutsche Web-Site, die in englisch vorliege, erst einmal auf deutsch umschalten. Da auch die Technik des Umschaltens in englisch erfolgt, bin ich es gewohnt, daß ich dem selben Anrufer nicht nur einmal, sondern viele Male erklären muß, wie er zum deutschen Inhalt gelangt. (Das damit auch nicht alle Inhalt in deutsch erscheinen, ist dann im Rahmen des allgemeinen Ärgers in seiner Schuldigkeit abgetan.)

Wenn die regierenden schon den Haushalt der „DW“ kontrollieren wollen, gehört jemand der eine solche Site entwickelt „hochkantig“ gekündigt. Es ist ein einfaches die im Browser des Anwenders eingestellte Sprache zu ermitteln und die Inhalte entsprechend zu gestalten.
Nach Rücksprache mit den (wahrscheinlich) Entwicklern teilt mir der „Stellvertretender Leiter Unternehmenskommunikation“, Berthold Stevens, mit, daß die Idee aufgegriffen worden sei und umgesetzt werden solle. Bis dahin gelte jedoch der Beschluß der Geschäftsleitung, das „dw.de“ in englischer Sprache verfaßt würde. (Wer es nicht weiß: „de“ ist die sogenannte Toplevel-Domain für Deutschland! – eine Domain kostet ca. 20 Euro im Jahr, hätte man doch „us“ als weitere genommen, das ist die Toplevel-Domain für die USA oder eine kostenlose Subdomain: „en.dw.de“, da hätte man die Sprache auch erkannt und reagieren können.)

Berthold Stevens hat es fertig gebracht, daß dieser Beitrag nicht zu einem völligen Zerriß der „DW“ führt. Die vorhergehende Kommunikation mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauses war mehr als peinlich.




Der Auftrag der „DW“

Genau ein Dialog wie ich ihn oben schilderte, führte mich zum wiederholten Male auf die Web-Site der „DW“. Ein Kunde hatte angerufen und mich um eine Übersetzung gebeten, für einen Inhalt, den er trotz Umstellung der Sprache auf deutsch, nicht lesen konnte, da er auf englisch abgebildet war.
Ich nahm mir die Zeit und schrieb den Sender an, um mich zu erkundigen, was mit der Internet-Site sei. Die tolle Antwort war (verkürzt): Tja, die deutsche Welle sei eben nicht für deutsche gemacht, sondern für ausländische Kunden, daher müsse man verstehen, daß, da in der Welt überwiegend englisch gesprochen würde, diese Sprache favorisiert wird. Falls Sendungen in deutscher Sprache ausgestrahlt würden, sei die Zielgruppe deutschlernende Ausländer.

Ich glaubte nicht richtig zu lesen und schrieb zurück (an Herrn/Frau Anonymus) und bat um den Kontakt zur Sendeleitung, da ich den Auftrag der „DW“ nun wissen wollte. Umgehend bekam ich Antwort, mit dem Hinweis auf einen Link, der mich über den Auftrag der „DW“ aufklären sollte. Möge der geneigte Leser selbst lesen:
  • Wir produzieren journalistische Angebote auf Deutsch und vielen weiteren Sprachen für Menschen im Ausland.
  • Wir vermitteln deutsche und europäische Sichtweisen.
  • Wir fördern den Dialog der Kulturen und setzen uns für Völkerverständigung und Toleranz ein.
  • Wir vermitteln die Werte freiheitlicher Demokratie und setzen uns für die Menschenrechte ein.
  • Wir berichten unabhängig, umfassend, wahrheitsgetreu und pluralistisch.
  • Wir liefern umfassende und unzensierte Informationen für Länder ohne Medienfreiheit, insbesondere Krisen- und Kriegsregionen.
  • Wir sind Kulturträger und vermitteln Kultur aus Deutschland und Europa.
  • Wir fördern die deutsche Sprache.
  • Wir geben unser Know-how an Partner weltweit weiter.
  •  Wir fördern durch unsere Glaubwürdigkeit das Ansehen Deutschlands weltweit.


Der Link an mich: http://www.dw.de/dw/0,,2995,00.html

Ich sah mich genötigt, Herrn/Frau Anonymus, zu fragen, ob er/sie den eigenen Auftrag schon einmal gelesen habe und was die Punkte 1, 2 und 8 wohl bedeuten könnten?

Ich wandt mich an die nächste Ansprechperson, Frau W., diesmal kam eine Antwort gar mit Namen. Sie setzte mich darüber in Kenntnis, wie die Site in eine andere Sprache umgeschaltet werden könne. Kein Wort zu meinem Anliegen, als habe Sie die Korrespondenz und meine Frage nicht gelesen. Jetzt weiß ich langsam, wie frustrierend die journalistische Tätigkeit heute sein muß, wenn man davon leben muß. Als ich noch hauptberuflich in diesem Job tätig war, wären solche „Unmöglichkeiten“ nicht denkbar gewesen und das auch noch von einer Fernsehanstalt!


Warum nicht gleich: Die Pressestelle!

Jetzt setzte ich mich mit der Leitung der Pressestelle in Verbindung. Ich schrieb direkt an die Adresse von Berthold Stevens und bat ihn sich der Problematik zu befassen.

Die Antwort kam umgehend und ich möchte wie folgt zitieren:
"Richtig ist, dass die allgemeine Adresse www.dw.de auf die englische Startseite führt. Dies hat ausschließlich damit zu tun, dass unser englischsprachiges Angebot nach den Erfahrungen über viele Jahre das am häufigsten genutzte im DW-Angebot ist. Ich sage Ihnen aber gern, dass die Entscheidung, dw.de auf die englische, nicht auf die deutsche Seite zu führen, auch innerhalb der DW kontrovers diskutiert wurde. Der Diskussionsprozess hat am Ende jedoch die Entscheidung für das Englische ergeben."

Das kommt davon, wenn Laien über ein Internetangebot entscheiden müßen und vergessen sich das entsprechende Know-how zur Beratung bei zu holen.

Weiteres Zitat gefällig:

"Wir produzieren journalistische Angebote auf Deutsch und vielen weiteren Sprachen für Menschen im Ausland. Diese 'Menschen im Ausland' sind alle, die auf Grund ihrer Sprachkenntnisse das deutsche Angebot nutzen können - also selbstverständlich auch alle Deutschen und Deutschstämmigen im  Ausland. Die Deutschen im Ausland sind nur deshalb nicht mehr wichtigste Zielgruppe der DW, weil diese Menschen inzwischen - vor allem über das Internet - Zugang zu zahlreichen deutschsprachigen Quellen aus Deutschland haben."

Tja, das kann nur behaupten, wer doch ein wenig weltfremd, sehr subjektiv ein Klientel betrachtet, daß man sich gerne zurecht legt, um Inhalt nach Gutdünken zumachen. Ach, es gibt ja Internet, da brauchen die Leute ja kein Fernsehen mehr. Wer kein Internet hat oder nicht kann, bleibt eben auf der Strecke. Und wer kein englisch kann ist selber schuld!
Und warum bitte betrifft das nur die deutschen, die jetzt keine Zielgruppe mehr sind? Haben alle anderen kein Internet?
Also, wenn alle Internet haben und keine Informationen der "DW" mehr benötigen, warum schaffen wir die "DW" nicht ab und sparen das Geld. Schade, daß die Sommerpause vorbei ist, das wäre ein Vorschlag für ein Hinterbänkler gewesen.

Weiter geht es:

"Wir fördern die deutsche Sprache. Auch das ist ein wichtiger Teil unseres Auftrags. Wir erfüllen ihn zum einen mit eben den deutschsprachigen journalistischen Angeboten und insbesodere mit dem multimedialen Angebot an Deutschkursen. Einen Überblick finden Sie hier:
www.dw.de/deutschkurse
Außerdem empfehle ich Ihnen die neue 'Weltzeit', die sich mit eben diesem Schwerpunktthema beschäftigt:
http://issuu.com/deutsche-welle/docs/weltzeit_4_2012"

Verdammt noch mal, meine deutschen Rentner wollen, keine Sprachkurse oder irgendwelche Literatur. Die wollen Fernsehen und Nachrichten und das in deutsch!

Es ist nicht so, daß es hier in Thailand keine ausländischen Fernsehprogramme gäbe: Die Engländer und Russen sind hervorragend aufgestellt. Nur das tolle Deutschland fehlt (bis auf die „DW“, die machen ja auch kein Programm für deutsche - siehe oben) gänzlich. Die großmäuligen privaten, die so viel mehr Fernsehen versprachen, sind ebenso wenig vertreten wie die öffentlichrechtlichen. 

Es ist wie mit den deutschen Botschaften: Der bürokraten Staat interessiert sich nur für sich selbst. Bürger sind da nur ein störender Faktor… Nennt man das dann „bürokratische Onanie“?


Ich verfolge das Thema weiter.



„Für weitere Informationen: Klicken Sie einfach ‚dw.de‘“

Teil 1: Das große Mißverständnis von Konsumenten und Machern


Wer nicht die geballte Satelittenflut Europas empfangen kann, viele in Asien oder in Süd-Amerika zum Beispiel, ist dankbar sie sehen zu können: Die „Deutsche Welle“ (DW). Eine fast weltweit zu empfangene Größe deutschen Kulturauftrags.

Das eigentliche Momentum ist, daß dies eine Anstalt öffentlichen Rechts ist, die, und das ist die Crux, sich nicht aus den Töpfen der Gebührenzahler bedienen kann, sondern dem Wohlwollen der Regierenden unterliegt. Sie müßen den Haushalt der „DW“ sanktionieren. So unterliegt die Sendeanstalt ständigen Umbrüchen, Abbrüchen und Widersprüchen.

Wer Emil Carlebachs(1) Buch „Schere im Kopf“ kennt, weiß als Journalist selbst, was es heißt, daß die Finanzierung vom Wohlwollen regierender (Finanziers) abhängig ist. So ist eine Diskussion, wie in Thailand nachvollzogen, nicht ungewöhlich…

„So ne sch… alles in englisch“

Die „Deutsche Welle“ betreibt besondere Ausstrahlungswellen, die tatsächlich überwiegend in englisch (spanischer, arabischer[!] Sprache usw.) senden. Als Auslandssender ist dagegen nichts zu sagen. Die Regel  ist, daß eine Fachkraft den Sender auf die deutschsprachige Ausstrahlung einstellen muß (falls vorhanden). Da viele aber noch die "DW" aus alten Zeiten kennen, es wurde fast stündlich zwischen deutscher und englischer Sprache umgeschaltet, wissen viele nicht, daß es eigentlich auch einen in überwiegend  deutscher Sprache ausgestrahlten Sender gibt. Dies, obwohl wirklich ausreichend darauf hingewiesen wurde.


Alles wird wiederholt und wiederholt…

Richtig! Es können zwei Argumentationsstränge geltend gemacht werden:
Die „DW“ hat kein Geld um bessere Inhalte bedienen zu können (warum gibt es keinen Austausch zwichen den öffentlichrechtlichen?) Die deutschen bezahlen schließlich für alle!

Lahmes Argument: Wir wollen, daß das Publikum unser Programm sowohl am Abend wie am Morgen, wie am Mittag sehen kann.


Das wird doch immer mehr zum "Weibersender"…

„Schaue es Dir doch an“, meint Heiz, „falls Du nicht schon krank bist, die machen Dich krank. Es kommt mir vor wie früher, wenn ich mit meiner Frau beim Arzt im Wartezimmer war, überall ‚Yellow-Press‘, mit der Frage: Wie krank bist Du wirklich? Der Hit ist jetzt noch die Ballschuh mit ihren Ärzten…“
„Dann schaue Dir den abstrakten Unsinn über Umzügler, Einzelschicksale, Aussteiger usw. an“, hängt sich ein weiterer ein. „So sollen wir deutsche sein?“ Oder „die tollen Sendungen wie finde ich wen und wie heirate ich dann.“, ergänzt er noch.


Ich habe ja auch nichts gegen Kultur, aber die "DW" stößt doch die Rubrikensender von ARD und ZDF ohne weiteres vom Sockel und was für ein abgefahrenes Zeug. „Ich bin froh, das sich meine thailändische Frau das Fernsehen nicht anschaut, ich könnte ihr nicht einmal eine Begründung geben, ob in Deutschland alle so abgefahren sind.“

Die Frage ist wirklich, gibt es keine besseren (anderen) Inhalte? Alle finden es toll, daß Kultur bedient wird, alles finden es auch toll, daß Aussenseiterkultur gebracht wird, aber fast nur(?)!
Es ist auch schön, falls es interessant gemachte Gesundheitsmagazine ins Programm schaffen, aber das dieses Thema fast schon ein Programmschwerpunkt ist - das macht wirklich krank.
So könnte das weiter gehen: Einzelschicksale, Randgruppen usw. Es ist fast zu befürchten, daß die Programmauswahl ein Produkt gescheiterter „SozPäds“ (Sozialpädagogen) ist.


Die Nachrichten sind eine Katastrophe!

Stündlich Nachrichte, hört sich gut an, das dies nicht immer stimmt und die „Nachrichten“ grade einmal fünf Minuten dauern, ist dann doch schon traurig. Als gäbe es nicht eine hervorragende „Tagesschau“ im öffentlichrechtlichen Spektrum. Dafür wird ein riesen Aufwand betrieben und warum darf diese Nachrichten die „DW“ nicht ausstrahlen oder zumindest Inhalte übernehmen. „Tagesschau“ und „Tagesthemen“, ergänzt mit internationalen Themen, fänden bestimmt mehr anklang, als fünf Minuten Spots die Nachrichten genannt werden.

Es ist ja schon ein Ereignis, daß es nun Gesprächsrunden zu sehen gibt und da es ein Ereignis ist, wird alles genommen, was irgendwie zu bekommen ist. Am besten sieben (mit Wiederholungen 14 mal) mal in der Woche. Ob mir, ob dieser Vielfalt ,die Talkshows nicht schon bald aus den Ohren kommen, mag dahin gestellt sein.




im Teil 2: Die absolute Plattform: Das Internet








(1) Emil Carlebach (* 10. Juli 1914 in Frankfurt am Main; † 9. April 2001 ebenda) Hessischer Landtagsabgeordneter, Journalist (Mitbegründer der "Frankfurter Rundschau"), Überlebender des KZ-Buchenwald.