Freitag, 25. Januar 2019

ARD: Die Macht der Ausschließlichen

Verschlimmbesserung der ARD-Mediathek


"Zur Spielekonsole" verkommen, ist noch eines der schönsten Beschreibungen der Bildergalerie, die früher als "ARD-Mediathek" bekannt war. Ausgesprochenen beim Treffen der "Deutschen im Ausland" vergangene Woche in Thailand. 

Tatsächlich, das Navigieren in der Web-Seite der Mediathek erinnert an einen Irrgarten. Auf der Startseite angebotene Beiträge tragen die Handschrift von Sozialpädagogen und nicht von Journalisten. Als geübter Anwender erkenne ich sogar das Menu, drei Querstriche untereinander und finde mein: "Sendung verpaßt".  Dort habe ich immer schnell die Beiträge gefunden, die für mich interessant waren, mit einigen Hinweisen, um was es geht und ob ich das überhaupt empfangen kann (dazu in einem anderen Beitrag mehr).

Ich bin wirklich erschrocken, was mir jetzt entgegenkam, Titel: "Dokumentation", als Uhrzeit irgendwas (nicht nach vollziehbar in welcher Welt die Entwickler leben Mit den Ausstrahlungszeiten in Deutschland konnte das nie übereinstimmen). Der üppige Hinweis auf zwei, drei, viele Videos macht das ganze nicht transparenter.

So kann man dann herumüben, was wohl gemeint ist und der Spielekonsoleneffekt bleibt nicht aus: Mit der Mouse muß man einen bestimmten Punkt treffen, um den Beitrag aufzurufen. Ein wenig daneben und die Spalte scrollt nach links weg und die des Bayerischen Rundfunks wird ausgewählt...

Wer sich ein wenig mit Web-Seiten auskennt, weiß was passiert ist: Die Entwickler haben einen Struktur verwendet, die "Mobile first" genannt wird. Schon einige Jahre "veraltet", als es die App-Flut heutiger Tage noch nicht gab und auch Smartphonebesitzer über den Web-Browser die meisten Beiträge abrufen mußten. Zwischenzeitlich at absurdum geführt, da zum Beispiel auch die ARD entsprechende Apps speziell für die jeweiligen Smartphones anbietet (und vehement bewirbt).


Warum wird eine Technologie verbogen, um smartphonekonform zu sein?


In der Softwareentwicklung stehen sogenannte Pflichtenhefte im Vordergrund dessen, was der Kunde wünscht. Schreibt der Kunde dort rein (vielleicht weil er nicht weiß, daß die Technologie veraltet ist) "Mobile first", macht das der Entwickler. Als Auftragnehmer sind sie geneigt, zu allem "ja und Amen" zu sagen, was der Auftraggeber so aufschreibt, nur um den Auftrag zu ergattern. So bleibt der Dialog über bessere Technologien aus und der Anwender muß sich damit abfinden, wenn er den, wie die Auslandsdeutschen, auf Informationen der ARD hofft. Das ist die "Macht der 'öffentlich rechtlichen', deren Nachrichten noch immer die Mehrheit der deutschen "ausschließlich" vertraut.

Selbstverständlich ist der Umbau der ARD-Web-Seiten ein Zugeständnis an die Lobbyisten im Rundfunkrat, wo unsere "Volks-" Lobbyvertreter immer wieder den "Kotau" vor den Privatanbietern vollziehen.


Und..

übrigens, liebe ARD-Juristen, das Impressum muß auf jeder Web-Site, ohne Suche aufrufbar sein, meint auch: ohne Umweg über ein Menu (es gab genug Abmahnungen hierüber).

Liebe Kollegen Web-Entwickler, daß wißt Ihr doch: Einfach Bootstrap anweisen, das Menu auf breiten Bildschirmen anzeigen und bei schmalen in drei Striche "collaps -en"(?). Oder war Euch der visuelle Effekt des Einscrollens wichtiger, wie das Handling des Users?

übrigens, als ich die Site zum ersten Mal sah, dachte ich, es sei ein Beta-Test und habe darauf nicht reagiert...





Keine Kommentare:

Kommentar posten

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein: