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Donnerstag, 2. April 2015

Finanz- vs. Realmarkt

Die Finanzmarkt (Anleihen, Aktien usw.) entfernt sich immer mehr vom realen Markt (Dienstleistungen, Produkte usw.). D. h. Es werden immer neue finanzielle Blasen aufgebaut, denen keine realen Produkte oder Dienstleistungen gegenüberstehen. Der Finanzmarkt verselbständigt sich, er ist eine Geldvermehrungsmaschine geworden und wird durch die Fiskalpolitik hauptsächlich der USA und der Europäischen Zentralbank befördert.

Dabei wird den Menschen ein Verfahren vorgegaukelt, bei dem das Fluten der Märkte mit billigem Geld, automatisch zu mehr Investitionen führen, also der Mittelstand (u.a.) gestärkt würden. Das kann jedoch nur funktionieren, wenn diese Unternehmen mit den Investitionen tatsächlich mehr produzieren könnten. Wie uns die Banken, eben dadurch, daß sie diese Investitionen nicht finanzieren, vor Augen führen, glaubt die Kapitalwelt selbst nicht daran, daß mehr produziert werden kann. Sie glauben, daß die (Realen-) Märkte gesättigt sind, bzw. daß die Konsumenten nicht in der Lage sind, mehr Produkte abzunehmen.

Das ist ein Dilemma des Kapitalismus, die Produktion muß permanent gesteigert werden. Einfach nur zu produzieren, was auch konsumiert wird, funktioniert nicht (dazu in einem späteren Aufsatz mehr. Anm. d. Autors). Wir kennen das, von dem angehimmelten steigenden Bruttosozialprodukt.

Da die Banken das billige Geld somit in den Händen haben, ohne es in die Produktion geben zu können, fließt es in den Kapitalmarkt. Um es einigermaßen gewinnbringend anlegen zu können, werden u.a. Staatsanleihen gekauft (deren Sicherheit wurde durch den "europäischen Rettungsschirm" ja wieder hergestellt - die Steuerzahler haften hierfür) oder es geht in den Aktienmarkt.

Diese Spekulation kann, wie uns verschiedentlich vor Augen geführt wurde, sehr schnell nach hinten los gehen. Aktienkurse können nicht beliebig teuer werden. Ihnen müssen Produkte, Anlagen oder Dienstleistungen gegenüberstehen. Über kurz oder lang gelten sie als überbewertet. das muß einfach zu einem neuen "Schwarzen Freitag" führen. D. h. zu einer riesigen Vernichtung von Geldwerten und wahrscheinlich zu einer neuerlichen Weltwirtschaftskrise.

Donnerstag, 25. September 2014

ZDF 37°: Schüler in der Leistungsfalle

Der Titel der Sendung müsste eigentlich "Schülerinnen in der Leistungsfalle" heißen, den Jungen oder Väter finden einfach nicht statt. Genau das richtige für die "Dode Welle" (#Deutsche Welle - DW), denn wir im Ausland bekommen nicht unbedingt die neuesten Beiträge der öffentlich-rechtlichen vorgesetzt, sondern was den ProgrammgestalterInnen passt. 

(vgl.:

„Für weitere Informationen: Klicken Sie einfach ‚dw.de‘“

Der Beitrag des ZDF stammt dann auch vom 20. Januar diesen Jahres:


Ja, das ist pädagogisch gesehen eine Katastrophe, aber auch der sehr engagierte Beitrag der 37° Redaktion lässt offen, wie es zu dieser Leistungsverdichtung gekommen ist und wer diese wollte. Schnell zeigen dann alle oder viele Finger auf die Eltern. Blöde nur: die Eltern sind ein Produkt der Gesellschaft, sie setzen letztendlich um, was ihnen indoktriniert wurde: "Leistung zählt!". Herunter gebrochen auf die Formel "G8", gemacht von Politikern und vom Unternehmerlager beklatscht.

Entkoppelt man die technische Definition der "Leistung" vom betriebswirtschaftlichen Ballast, der schon fast Kultstatus oder göttliche Gegebenheit beschreibt, bleibt letztlich eine Größe, die durchaus beeinflußbar ist. Nur in der Vermischung mit dem "maximal Erreichbaren" wird "Leistung" zu einer unverrückbaren Größe der sich die anderen Variablen unterzuordnen haben. Natürlich bleibt die Definition des "maximal Erreichbaren" offen, sie unterliegt der selbstausbeuterischen Auffassung eines jeden selbst. Da wird nach Hause getragen, was jeden Tag in den Unternehmen stattfindet: Leistungsverdichtung. Es wird vorgelebt, was die Kinder nachahmen: ständige Verfügbarkeit zum Beispiel.

Von Kindesbeinen an werden wir für das kapitalistische System geschult, Du bist  eine "Humanressource", ein Kostenfaktor, um Dich betriebswirtschaftlich interessant zu machen, mußt Du in möglichst kurzer Zeit ein Maximum leisten. In der "Ellenbogengesellschaft" ist es subtiler geworden und im Drängen nach vorne und nach oben ist der beste "Radfahrer" (nach vorne schauen und nach unten treten), zum Selbstausbeuter mutiert.

So ist das Schulsystem schon Bestandteil des Auslesesystems geworden, als Beiwerk von "Numerus Clausus", Praktikamißbrauch und den immer umfangreicheren Auswahlverfahren der Unternehmen. "Studenten werden unpolitisch" und Schüler messen ihr soziales Engagement daran, wie gut sich das im Lebenslauf macht. Wenn ich mein Leben an betriebswirtschaftlichen Maßstäben ausrichte, sollte einem dies nicht verwundern.

Kinder und Jugendliche stürzen sich in den "Cihat", rennen den Faschisten nach oder verfallen gleich in Lethargie. Was erwarten wir eigentlich von denen, die zwangsläufig durch das Raster des Auslesesystems fallen? Auf sie wartet bestenfalls Perspektivlosigkeit; alles was ihnen vorgelebt wird, ist für sie nicht erreichbar. Sie bleiben bestenfalls die Fußabtreter der Gesellschaft, wir zwingen sie dazu sich eine eigene, eine Gegenwelt zu entwickeln. Wir haben ihnen nie beigebracht, wie sie mit einer Niederlage umgehen müssen; unser betriebswirtschaftliches Denken hat keinen Platz für Verlierer.