Montag, 26. Oktober 2015

Walters Bücher: Michael Firnkes: Das gekaufte Web (Teil 1)

Walters Bücher: Michael Firnkes: Das gekaufte Web (Teil 1):



Was wir online lesen und sehen, auf Webseiten, in Blogs und sozialen Netzwerken, das ist immer öfter verfremdet und manipuliert. Gefälschte Inhalte werden genutzt, um versteckte Werbung zu platzieren und Einnahmen zu generieren, aber auch um die öffentliche Meinung zu Gunsten von Interessensverbänden und der Politik zu steuern.
Über gezielte Desinformation, versteckte Propaganda, gekaufte Google-Platzierungen und vieles mehr wird der Nutzer zum Spielball auf diesem Milliardenmarkt. Und selbst die großen Onlinemedien mischen mit. Neue Technologien der digitalen Welt befeuern den Trend zu rein künstlich generiertem Content. Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir uns entscheiden müssen: Zwischen einem "freien" oder einem von kommerziellen Interessen beherrschten World Wide Web.
Das Buch deckt auf verständliche Weise die unterschiedlichen Methoden der Manipulation auf. Es zeigt, wie fremdgesteuerte Inhalte alle Internetnutzer betreffen, geht aber gleichzeitig auf mögliche Auswege und Lösungsmöglichkeiten ein. Als Plädoyer für ein nachhaltig unabhängiges Internet...

Samstag, 24. Oktober 2015

Thailand wird reguliert

Die thailändische Militärregierung setzt auf Kontrolle der Bürger. Beispiele gibt es genug Angefangen damit, daß die Prepaid-Handys registriert werden mußten (angeblich um Terroristen zu ermitteln, die per Handy Bomben zünden - die verwenden immer eigene registrierte Handys...). Jetzt gibt es Streit mit der Netz-Community darüber, ob es nur noch einen Auslandszugang für das Internet geben soll (angeblich um Pornosites und andere ungeliebte Inhalte blockieren zu können...) und so geht es weiter.
So mancher der den Regulierungswahnsinn aus Deutschland vermisst, klatscht begeistert in die Hände. Jetzt hat es auch die Motorbike-Taxifahrer getroffen, sie müssen sich registrieren lassen, ihr Motorbike mit einem gelben Nummernschild zur Personenbeförderung versehen und ihre RegstrierungID-Card gut sichtbar an der Kleidung tragen. Hierfür gibt es neue Jacken, einheitlich gehalten, in unterschiedlichen Farben (abhängig vom Standort) und einer Plastiktasche auf
dem Rücken für die RegstrierungID-Card. (Ich bin gespannt, wie viele Waschgänge das Plastik aushält. Außerdem, wie oft diese Ausweise wohl gestohlen werden - auch wenn es nur aus Ulk ist.)

Und wer darauf setzt, daß eine einmal wieder zu wählende Regierung das Rückgängig macht: Nie wird das passieren. Alle Regierungen liebe Kontrolle (vornweg die deutsche).


Mittwoch, 21. Oktober 2015

Trend Repair-Cafés: Funktionierende Hilfe zur Selbsthilfe

Die neue Reparaturkultur

Hannover, 21. Oktober 2015 – Sie reparieren gemeinsam Dinge und setzen nebenbei ein Zeichen gegen Verschleiß: Die Bewegung von Reparaturbegeisterten wächst. Waren es Anfang 2014 nur rund 40 Initiativen, gibt es heute in Deutschland bereits 240 von ihnen. Genau wie die vielen offenen Werkstätten setzen die Reparatur-Cafés auf das Prinzip voneinander lernen und Selbermachen, schreibt das aktuelle Magazin Make 5/15 in einer Reportage.

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Reparatur-Café sehen sich nicht als Konkurrenz zu kom­mer­ziellen Fachbetrieben, die Reparateure, Organisatoren, Hel­fer und Besucher reparieren gemeinsam, teilen ihr Wissen und ge­ben Hilfe zur Selbsthilfe und das weitgehend unentgeltlich. Ma­terialien und Ersatzteile sind von den Besuchern zu besorgen oder werden zum Unkostenpreis zur Verfügung gestellt. Ein Anspruch auf Reparatur, einen Erfolg des Wiederzusammen­baus besteht nicht, Gäste werden ausdrücklich aufgefordert, mitzuarbeiten. Auch gilt bei den „geringfügigen Hilfeleistungen“ ein stillschweigender Haftungsausschluss.

Auf diese Weise werden Kaffeemaschinen, Möbel oder Handys auf Vordermann gebracht und ihre Nutzungsdauer verlängert. Ganz beiläufig bieten die defekten Geräte im aufgeschraubten Zustand idealen Anschauungsunterricht was Aufbau und Funktionsweise angeht. „Repair-Cafés sind ein wichtiger Bestandteil der Maker-Bewegung“, sagt Daniel Bachfeld Chef­redakteur vom Make-Magazin. Wer selbst eine Initiative grün­den will, findet auf der Plattform reparatur-initiativen.de eine Fülle nützlicher Tipps.

Lassen sich Geräte gar nicht mehr reparieren, eignen sie sich durchaus als Material für spannende Upcycling-Projekte. So porträtiert die Make-Redaktion im aktuellen Heft nicht nur den Extrem-Recycler Christian Kuhtz, sondern zeigt auch, wie man aus Festplatten eines ausgemusterten PCs eine stylische Uhr fürs Wohnzimmer bauen kann. Das Besondere daran sind die virtuellen Zeiger aus farbigem Licht. „Wer ein wenig Geschick mitbringt, kann an einem trüben Herbstwochenende seine persönliche Maker-Uhr selbst herstellen. Dank Arduino-Steuerung ist der Bastelaufwand auch überschaubar“, erläutert Daniel Bachfeld.

Weiteres Highlight im Heft ist im wahrsten Sinne des Wortes der Artikel zum Video-Mapping, der demonstriert, wie man mit Tablet oder Smartphone sowie einem Videoprojektor ohne viel Zeitaufwand Lichtspiele zaubern kann. Statt echter Tanne sorgt dann die farbenfrohe Projektion auf der Hauswand für Weihnachtsstimmung.

Montag, 19. Oktober 2015

"Amazon Prime" zum Testen(?)



"Amazon" bewirbt derzeit mit erheblichem Aufwand seine neusten Service "Amazon Prime". Nur ich finde irgendwie nicht heraus was das tatsächlich ist. Im Werbetext heißt es:

Mit Amazon Prime Video haben Mitglieder unbegrenzten Zugang zu tausenden Filmen und Serienepisoden. Die Prime-Mitgliedschaft enthält auch exklusive Serien und Filme vor TV-Erstausstrahlung, wie Mockingjay Teil 1, Fear the Walking Dead, Revenge Staffel 1 bis 4 oder The Affair Staffel 1-2.
Neu: mit dem Offline-Modus können Prime-Mitglieder ab sofort Filme und Serien runterladen und auf ihrem Tablet und Smartphone überall und jederzeit ansehen.


Allerdings schaut man weiter, wird zudem angeboten, daß man
Inklusive unbegrenztem KOSTENLOSEN Premiumversand für Millionen von Artikeln
bekommt. Selbst wenn man das Testangebot in ein reguläres Angebot übergehen lässt, das dann 49 Euro im Jahr kostet, denke ich, daß sich das für einen "viel Schauer" trotzdem lohnt...

Also ist es jetzt ein eigenständiger Dienst oder bezieht sich die Versandkostenfreiheit auch auf die anderen Angebote von "Amazon" (so lese ich das). Wer will kann das mit uns im Forum diskutieren.


Mittwoch, 30. September 2015

Abgesoffen!

Allen, die sich Gedanken darüber gemacht haben, warum ich so lange nicht im Internet gewesen bin, danke der Nachfrage.
Bei uns hat es in der Nacht vom 16. auf den 17. September ein Hochwasser gegeben und als Erdgeschoßbewohner waren wir direkt betroffen. Wir sind schlicht abgesoffen!
Ich habe so etwas zuvor noch nie erlebt und war ernsthaft erschrocken, wie hilflos man daneben stehen muß, wenn das Apartment langsam aber sicher im Wasser versinkt.

Meine Lebensgefährtin, die schon über 15 Jahre hier wohnt, meint das habe es zuvor noch nie gegeben. Es gab in unserer Gegend auch noch nie so viele Baumaßnahmen, die mit Aufschüttungen dem Wasser immer mehr Flächen nehmen, wo es sich "natürlich" ausbreiten könnte.
Auf alle Fälle haben wir umfangreiche Schäden erlitten und müssen uns überlegen, welche Konsequenzen wir ziehen müssen.

Übrigens ein großes Kompliment an die Gemeinde: Am nächsten Tag waren deren Helfer unterwegs und haben Medikamente verteilt und Müll abgefahren!

Ein paar Bilder (leider nur in mangelnder Qualität):


Bürgerbeteiligung?!

Mit einer Umfrage will die Bundesregierung herausfinden, warum ihre Angebot im Internet so schlecht ankommen. Sie nennen das "Bürgerbeteiligung". Die Frechheit die das Wort ausdrückt ist wahrscheinlich sogar ernst gemeint. Die Bürger dürfen sich ein wenig an der Demokratie beteiligen. Daß die Bürger keine "Beteiligung", sonder zumindest so viel Einflußnahme wie die Industrielobby wünschen, welch ein absurder Gedanke. Wie können auch abgehobene "Parteihuren", die das Grundgesetz täglich mit Füßen treten, verstehen, was mit "Demokratie" gemeint ist. Bestimmt kein "Fraktionszwang".
Natürlich ist die Umfrage nach dem alten Schema aufgebaut, "wir brauchen positive Ergebnisse".  Der Name unter dem das ganze Titelt ist schon putzig: "Stakeholder Panel TA". Nein, ich habe mich nicht verschrieben, das nennt sich so und es sind keine "Steak Holder".

Der Ausdruck Stakeholder stammt aus dem Englischen. „Stake“ kann mit Einsatz, Anteil oder Anspruch übersetzt werden,„holder“ mit Eigentümer oder Besitzer. Der Stakeholder ist daher jemand, dessen Einsatz auf dem Spiel steht und der daher ein Interesse an Wohl und Wehe dieses Einsatzes hat. Im übertragenen Sinne wird „Stakeholder“ heutzutage nicht nur für Personen verwendet, die tatsächlich einen Einsatz geleistet haben, sondern für alle, die ein Interesse am Verlauf oder Ergebnis eines Prozesses oder Projektes haben; beispielsweise auch Kunden oder Mitarbeiter.
siehe Wikipedia
Dahinter verbirgt sich sich das "IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung GmbH":

Das IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung für Zukunftsforschung undTechnologiebewertung in Berlin. Die Forschungstätigkeit richtet sich auf die Unterstützung von Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Gesellschaft[1]durch die Bereitstellung von Wissen zur Förderung innovativer Produkte, Prozesse und Dienstleistungen sowie praxisnahem Handlungswissen.

siehe Wikipedia


Wie von der bundesdeutschen Regierung nicht anders zu erwarten, noch ein Lobbyklübchen mit wissenschaftlichem Anspruch, schließlich "Die Forschungsergebnisse werden in Fachverlagen wie dem Springer Verlag (...) veröffentlicht." (ebenda). Ich wäre auf diesen Unsinn nicht aufmerksam geworden, hätte mich nicht ein begeisterter Artikel von Livia Helbling in "Politik-Digital.de" darauf aufmerksam gemacht. Sie scheint von Demokratie auch nicht viel zu halten und freut sich an der "Bürgerbeteiligung" (dafür darf sie ja auch Politikwissenschaften in Bamberg studieren).






Freitag, 21. August 2015

TTIP, CETA und Co.: Aufruf zur Großdemonstration am 10. Oktober 2015 in Berlin

Da ich diesen Aufruf insgesamt unterstütze, übernehme ich die Daten 1:1 von "Compact". Unterzeichnet bitte!





Aufruf zur Großdemonstration am 10. Oktober 2015 in Berlin

TTIP & CETA stoppen!
Für einen gerechten Welthandel!

Im Herbst 2015 tritt die Auseinandersetzung um die Handels- und Investitionsabkommen TTIP und CETA in die heiße Phase. Beide Abkommen drohen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu untergraben und auszuhebeln.
Es ist höchste Zeit, unseren Protest gegen die Abkommen auf die Straße zu tragen!
Wir treten gemeinsam für eine Handels- und Investitionspolitik ein, die auf hohen ökologischen und sozialen Standards beruht und nachhaltige Entwicklung in allen Ländern fördert. Sie muss insbesondere
  • Demokratie und Rechtsstaat erhalten sowie die Gestaltungsmöglichkeiten von Staaten, Ländern und Kommunen gewährleisten und auch für die Zukunft sichern,
  • nationale wie internationale Standards zum Schutz von Mensch und Umwelt respektieren und stärken sowie
  • die Entwicklung einer gerechten Weltwirtschaftsordnung fördern sowie Verantwortung und Rechenschaftspflichten von Unternehmen weltweit festschreiben.

Wir brauchen soziale und ökologische Leitplanken für die Globalisierung. Doch TTIP und CETA gehen in die falsche Richtung: Der „Wert“ des Freihandels wird über die Werte ökologischer und sozialer Regeln gestellt. Sonderrechte für Investoren und Investor-Staat-Schiedsverfahren gefährden parlamentarische Handlungsfreiheiten. TTIP und CETA setzen öffentliche und gemeinnützige Dienstleistungen und Daseinsvorsorge, kulturelle Vielfalt und Bildungsangebote unter Druck. Sie ziehen die falschen Lehren aus der Finanzkrise, stärken internationale Konzerne und schwächen kleine und mittelständische Unternehmen, auch in der Landwirtschaft. TTIP und CETA grenzen die Länder des globalen Südens aus, statt zur Lösung globaler Probleme wie Hunger, Klimawandel und Verteilungsungerechtigkeit beizutragen.

Wir treten daher für internationale Abkommen ein, die
  • Umwelt-, Sozial-, Daten- und Verbraucherschutzstandards erhöhen, statt sie zu senken oder auszuhebeln;
  • Arbeitsstandards wie die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) festschreiben, statt sie auszuhöhlen;
  • öffentliche und gemeinnützige Dienstleistungen und Daseinsvorsorge stärken, statt sie zu schwächen;
  • kulturelle Vielfalt und öffentliche Bildungsangebote fördern, statt sie als Handelshemmnis zu betrachten;
  • bäuerliche und nachhaltige Landwirtschaft sowie artgerechte Tierhaltung voranbringen, statt Gentechnik und industrielle Landwirtschaft zu fördern;
  • die Macht von Konzernen und Finanzmarkt-Akteuren begrenzen, statt sie zu vergrößern;
  • global ausgerichtet sind statt die Mehrheit der Menschen auszugrenzen und
  • transparent und offen verhandelt werden statt geheim und in Hinterzimmern.

Hierfür gehen wir am Samstag, 10. Oktober in Berlin auf die Straße. Demonstrieren Sie mit!